Archiv der Kategorie: Katzenhaltung und Katzenverhalten

Trockenfutter vs. Nassfutter – welches bekommt der Katze besser?

Bei der Auswahl der richtigen Fütterungsmethode sollten Sie sich eines vor Augen führen:

Katzen trinken nur sehr wenig.

Die Hauskatze stammt von der wüstenbewohnenden afrikanischen Falbkatze ab. Das Trinkbedürfnis der Katze ist daher von Hause aus sehr gering. Die benötigte Flüssigkeit wird fast ausschließlich aus der Nahrung bezogen, die aus kleinen Beutetieren besteht.

Nun hat aber Trockenfutter nur einen Anteil von ungefähr 10 % Feuchtigkeit. Die restliche Feuchtigkeit wurde ihm entzogen. Eine Katze muss daher sehr viel trinken, um bei Ernährung mit Trockenfutter genug Flüssigkeit zu bekommen. Als Vergleich dazu hat Nassfutter einen Feuchtigkeitsgehalt von ca. 80 %.

Erfahrungsgemäß trinken Katzen aber nur selten wirklich genug, um diesen Mangel an Flüssigkeit auszugleichen. Um einen Anhaltspunkt zu haben: Ihre Katze müsste ungefähr die gleiche Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen, wie sie an Trockenfutter bekommt, damit sie keinen Flüssigkeitsmangel erleidet. Dieser führt zu einer geringeren Harnmenge und zu einer erhöhten Harnkonzentration – ein Zustand, der sich langfristig gesundheitsschädigend auf Nieren und Harnwege auswirken kann.

Daher kann ich Ihnen nur empfehlen auf Trockenfutter ganz zu verzichten. Trockenfutter ist zwar sehr bequem für den Menschen und die Akzeptanz bei den Katzen ist meist höher als beim Nassfutter, langfristig tun Sie Ihrem Stubentiger aber keinen Gefallen damit. Eine langsame und schrittweise Umstellung auf ein möglichst hochwertiges Nassfutter kommt der Gesundheit Ihrer Katze mit Sicherheit sehr entgegen.

Protestverhalten bei Katzen?

Der Satz: „Meine Katze macht das aus Protest!“ ist mir schon oft begegnet. Und leider sind die Menschen, die ihn aussprechen, nur sehr schwer vom Gegenteil zu überzeugen. Dabei muss man sich eigentlich nur vor Augen halten, wie Katzen eben so ticken, um zu begreifen, dass Protest eine menschliche Erfindung ist.

Wie müsste das bei einer Katze aussehen, wenn man ihr so etwas wie ein Protestverhalten zugestehen wollte:

„Meine Menschen sind verreist. Der Catsitter kommt nur einmal am Tag. Empörend! Das passt mir nicht! Ich bin sauer deswegen. Was kann ich da machen? Gute Idee! Ich pinkel Ihnen auf ihren Wohnzimmerteppich. Wenn sie später nach Hause kommen, dann sehen sie mal, was sie davon haben!“

Mal ehrlich…. geht sowas? Bei einer Katze?

Antwort: nein! Das geht gar nicht. Katzen verstehen sehr viel, aber das gedankliche Erfassen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist ihnen nicht möglich. Menschen neigen oft dazu ihre eigenen verstandesorientierten Planungsmöglichkeiten auf die Tiere zu übertragen. Katzen können so nicht denken und nicht planen. Damit sind sie überfordert. Sie leben in der Gegenwart – im Jetzt.

Warum kommen viele Menschen dann auf den Gedanken, dass ihre Tiere etwas aus Protest tun würden?

Dazu eine Beispiel-Geschichte:

Mein Onkel hatte vor einigen Jahren in einer Laubenkolonie einen Garten. Und wie es nun mal so ist, gibt es dort nicht nur Friede, Freude und so weiter unter den Kleingärtnern sondern manchmal auch regelrechte Feindschaften. Ein Kumpel meines Onkels hatte so einen „Feind“ – einen Gartennachbarn mit dem er seit langem im Streit lag.

Eines Nachts wollte eben dieser Kumpel nach einem feuchtfröhlichen Abend in seinen Garten um dort zu übernachten. Ob für ihn der Weg kürzer war als zu seiner Wohnung oder ob er in seinem Zustand nur seiner Gattin aus dem Weg gehen wollte, lasse ich mal dahin gestellt. Auf seinem Weg kam er am Garten des verhassten Nachbarn vorbei… und was tut der Mann? Er klettert über den Zaun und macht dem Nachbarn einen großen Haufen vor die kunstvoll neugezimmerte Pergola!

Natürlich mit dem Ziel, dass der sich spätestens am nächsten Morgen so richtig darüber ärgern wird. So etwas tun Menschen! Die machen das!

Wieviele „Rache-Akte“ menschlicher Herkunft gibt es wohl? Die Welt ist voll mit solchen Geschichten, sowohl kleinerer wie auch größerer Art….

Wenn zwei das Gleiche tun, hat es noch lange nicht die gleiche Ursache.

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus der Welt der Katzen:

Ein Kater wird von Frauchens Besuch geärgert. Der Mann meint, er würde mit dem Kater spielen, ist dabei leider eine Spur zu grob. Irgendwann verzieht sich der Kater und als der Besuch sich anschickt zu gehen, liegt ein Katzenhäufchen direkt auf seinen Schuhen, die er am Eingang hat stehen lassen.

Warum tut der Kater das, wenn er doch, wie bereits gesagt in der Gegenwart lebt?

Mit Sicherheit gibt es einen Zusammenhang zwischen der Situation, dass der Besuch den Kater ärgert und der anschließenden Reaktion des Katers. Nur ist es eben kein geplantes Trotzverhalten. Dass Katzen in der Gegenwart leben, heißt nun nicht, dass sie kein Gedächtnis haben. Sie sind, obwohl sie im Jetzt leben, keine Art von Alzheimer-Patienten, die sofort alles wieder vergessen.

Die Erfahrung mit einer Begebenheit, einer Person oder einem anderen Tier bleibt gespeichert, wenn diese in irgendeiner Weise bei der Katze eine emotionale Reaktion hervorgerufen hat. Und sie bleibt mit einer Wertung verbunden. „Person XY hat mich bedrängt. Diese Person ist böse.“ Mehr ist da erstmal nicht. Je nach Charakter der Katze wird dann, wenn wieder eine Konfrontation ansteht, entsprechend reagiert.

Nun setzen Katzen bei Verunsicherungen und Bedrängungen ihren Urin und manchmal auch Kot ein, um ihr Revier zu sichern. Es ist ein natürliches Verhalten, dass bei freilebenden Katzen oft beobachtet werden kann. Sie tun dies, weil ihr eigener vertrauter Geruch ihnen Sicherheit gibt.

Im o.g. Beispiel tritt für den Kater die Konfrontation erneut auf, als er an den Schuhen des Besuchers vorbei kommt. Der Geruch der Schuhe sagt ihm, dass diese mit dem Menschen, der ihn verunsichert hat, in Verbindung zu bringen sind. Die negative Erfahrung mit Frauchens Freund ist bei ihm gespeichert als eine Art emotionaler Abdruck und er reagiert nach Katzenart, in dem er eine katzengerechte Verhaltensweise zeigt: er sichert sich ab durch Abgabe eines Kothaufens um den Geruch des Menschen zu überdecken.

Hier kann er das auf für ihn sehr sichere Weise tun. Er kann sich zur Wehr setzen und riskiert keinen weiteren „Angriff“ des Menschen. Es ist ein Versuch seine eigene katerliche Position wieder gerade zu rücken ohne eine direkte Konfrontation eingehen zu müssen. Eine Katze, die stärker verunsichert oder schüchterner wäre, hätte vielleicht die Flucht ergriffen. Er wählt die dominantere Methode und legt einen Haufen dort hin.

Katzen setzen diese Vermeidungsstrategien ein, um Kämpfe mit Artgenossen zu vermeiden. Zu gefährlich sind die Waffen einer Katze, zu oft gehen Kämpfe mit anderen Katzen mit lebensgefährlichen Verletzungen einher. Ein wohl platziertes Häufchen oder eine Markierung mit Urin aus sicherer Distanz, ist da meist die bessere Wahl.

Nun könnte man sagen, dass auch der Fauxpas des Kleingärtners eine solche Vermeidungstatik war. Das ist im Großen und Ganzen richtig, nur kommt es diesem mehr auf die Reaktion seines Nachbarn an, die er sich bereits im Vorfeld ausmalt – mit allen Details und in Farbe.

Der Kater dagegen plant seine Handlung nicht im Voraus. Die Reaktionen seines Gegners kann er sich nicht ausmalen, da ihm die Vorstellung der Zukunft gänzlich fehlt. Ihm ist nur an der augenblicklichen Situation gelegen. Er will sich wieder sicher fühlen. Das erreicht er durch seine Handlung.

Ich hoffe, ich konnte anhand der Beispiele verdeutlichen, dass einer Katze so etwas wie Protest, wie man ihn normalerweise versteht, nicht möglich ist. Viele Verhaltensweisen einer Katze zielen darauf ab, im eigenen Lebensraum ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu gewinnen. Aus dieser Perspektive heraus, fällt es vielleicht etwas leichter zu verstehen, dass Katzen keine pelzigen kleinen Menschen mit menschlichen Eigenschaften sind. Sie sind Katzen. Und sie haben ein Recht darauf so zu sein. Sie haben ein Recht darauf, so geliebt zu werden, wie sie sind.

Katzenernährung

Es gehen die Meinungen über artgerechte Fütterung oft sehr weit auseinander. Woran sollte sich ein Katzenhalter orientieren, wenn er die Wahl hat zwischen Ratschlägen von Bekannten, Tierärzten, Futtermittelherstellern, Katzenratgebern, etc.?

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten ist: was ist denn eigentlich artgerechte Fütterung?

Was muss der Katzenernährung beachtet werden?

Katzen sind Carnivoren, also Fleischfresser. Eine freilebende Katze, die nicht zusätzlich von Menschen gefüttert wird, ernährt sich in erster Linie von kleinen Nagetieren, also von Mäusen und Ratten. Es gibt auch Vogeljäger unter den Katzen, jedoch stellen Vögel nicht die Hauptbeute der Katze dar. Meist sind es kranke oder schwache Vögel, die erbeutet werden können. Als weiterer aber nur sehr kleiner Nahrungsbestandteil sind noch kleine Insekten zu erwähnen.

An pflanzlicher Kost nehmen Katzen nur den vorverdauten Mageninhalt des Beutetieres zu sich und gelegentlich auch ein wenig Gras, das dem besseren Abgang von verschluckten Haaren dient und oft auch wieder erbrochen wird. Der Anteil an pflanzlichen Bestandteilen ist, gemessen an dem, was die Katze täglich frisst, also nur sehr klein.

Wenn Sie nun vor der Entscheidung stehen, womit Sie Ihren Stubentiger am besten ernähren, dann sollten Sie einen Blick auf die Etiketten der verschiedenen Futtersorten richten. Grundsätzlich ist zu empfehlen, ein Futter zu wählen, das frei von Getreide und Zuckerzusätzen ist. Leider werden viele der angebotenen Futtersorten diesem Anspruch nicht gerecht. Besser ist es, ein hochwertiges Futter zu wählen, dass einen hohen Fleischanteil und nur wenig pflanzliche Beimischungen hat. Auf zuckerhaltige Sorten sollten Sie nach Möglichkeit ganz verzichten, da der Organismus einer Katze den Zucker nur sehr schwer verarbeiten kann. Er dient ja auch nur der geruchlichen und optischen Akzeptanz des Menschen!

Wenn Sie Zuhause nun feststellen, dass das von Ihrer Katze bevorzugte Futter in dieser Hinsicht zu bemängeln ist, dann sollten Sie zumindest den Versuch wagen, Ihre Katze von einer gesunden, gehaltvollen Ernährung zu überzeugen. Bitte gehen Sie dabei aber nicht radikal und plötzlich vor. Zum einen lieben es Katzen meist gar nicht, wenn von heute auf morgen gravierende Veränderungen anstehen und zum anderen sollten Sie die Verdauung Ihrer Katze nicht mit einer zu schnellen Futterumstellung überfordern. Letzteres kann schnell zu Verdauungsstörungen, z.B. Durchfall führen.

Gehen Sie also bitte langsam vor und gewöhnen Sie Ihre Katze schrittweise an das neue Futter. Dies können Sie erreichen, indem Sie ihr das hochwertige Futter in ganz kleinen Mengen unter das gewohnte Futter mischen und dann langsam (über mehrere Tage bis Wochen) die Menge des neues Futters erhöhen. Haben Sie dabei bitte etwas Geduld mit ihrer Katze. Es gibt sehr veränderungsunwillige Zeitgenossen unter den Katzen, die ein Futter, dass ungewohnt riecht, sofort ablehnen. Oft benötigen Katzenhalter ein großes Maß an Ausdauer und Konsequenz um ihre Katze ernährungstechnisch umzustellen.

Wichtig dabei ist aber: Katzen dürfen nicht hungern! Länger als 24 Stunden sollte keine Katze ohne Nahrung bleiben, da es sehr schnell zu lebensgefährlichen Organschädigungen (insbesondere der Leber) kommen kann. Es erfordert also auch ein gewisses Maß an Feingefühl, um einer Katze ein neues Futter schmackhaft zu machen.

(Grundsätzlich ist eine Futterumstellung für gesunde Katzen möglich. Allergiker bzw. chronisch kranke Katzen sollten bei der speziell auf sie abgestimmten Ernährung bleiben.)

Katzenstreu – welche mögen Katzen am liebsten?

Im Handel sind mittlerweile eine ganze Reihe von verschiedenen Streusorten vertreten. Angefangen von nichtklumpender Streu über Klumpstreu in verschiedenen Feinheitsgraden bis hin zur Streu aus Holz ist alles dabei. Welche sollte es da sein?

Oft macht man sich darüber erst so richtig Gedanken, wenn die Katzentoilette nicht mehr akzeptiert wird. Spätestens dann sollte eine Überprüfung folgen, ob der Katze die Streu womöglich unangenehm ist.

Viele Katzen haben in jungen Jahren kein Problem mit verschiedenen Streusorten, doch je älter eine Katze wird, desto anspruchsvoller kann sie werden. Das ist bei den meisten Menschen nicht anders. Als junger Mensch arrangiert man sich meist ganz problemlos mit den schwierigsten Situationen. Vieles stört einen gar nicht. Ein paar Jahrzehnte später kann das ganz anders aussehen. Manches wird regelrecht unzumutbar.

So kommen Katzen jahrelang mit einer Streu zurecht, obwohl diese für sie nicht ideal ist. Kommt dann ein Stressfaktor hinzu, dann kann die Sache schon daneben gehen.

Die afrikanische Falbkatze, von der unsere heutige Hauskatze abstammt, bevorzugt in ihrer natürlichen Umgebung sandartige Plätze um sich zu lösen. Da Katzen sehr druckempfindliche Pfoten haben, ist ihr ein feinkörniger Untergrund am angenehmsten. Grobe Steinchen werden gemieden, da sie nicht nur unangenehm pieksen sondern beim Scharren auch noch kleine Risse in den empfindsamen Pfoten verursachen könnten.

Um es anschaulich zu machen: streuen sie mal etwas grobkörnige Streu auf den Boden und stellen sich barfuß darauf. Sie werden sofort wissen, was ich meine….

Daher empfiehlt sich grundsätzlich eine sandartige Klumpsteu(*), um Ihrer Katze das Klo so angenehm wie möglich zu machen. Denn nur, wenn der Katze ihre Toilette auch angenehm ist, wird sie sie regelmäßig benutzen. (* Eine Ausnahme wäre hier bei Kitten zu machen, die in den ersten Wochen manchmal wirklich alles fressen, was sich Ihnen bietet. Eine Klumpstreu kann hier lebensgefährlich werden. Daher bei Jungtieren bitte immer darauf achten, dass die Steu wirklich nicht gekostet wird.)

Wichtig: Bitte widerstehen Sie der Verlockung eine Streu zu verwenden, die Duftstoffe enthält. Es gibt sie in vielen Varianten und Duftnoten. Solche Streus sind von Menschen für Menschen gemacht. Die Bedürfnisse der Katze werden dabei leider vollständig ignoriert. Oft werden Duftstoffe verwendet, die keine normale Katze als angenehm bezeichnen würde. Über Apfel-, Vanille- oder gar Zitrusduft in Katzenstreu möchte ich mich an dieser Stelle nicht näher auslassen….

Das, was für den Menschen angenehm frisch riechen soll, ist für ein Tier, das über einen hochsensiblen Geruchssinn verfügt, absolut unzumutbar. Da Katzen Gerüche mit (wenigstens) 10facher Verstärkung wahrnehmen können, kann ein solcher Duftstoff im Extremfall sogar dazu führen, dass die Katze ihre Toilette verweigert. Und dass sich auch allergieauslösende Stoffe darunter befinden könnten, sollte man zumindest in Erwägung ziehen, wenn Mensch und Katze bereits mit Allergien zu kämpfen haben. Eine regelmäßige Reinigung der Katzentoilette und angemessenes Lüften ist sicher immer noch die angenehmste und gesündeste Lösung.

Lesen Sie hier über Ideen für Katzentoiletten


Offene Katzentoilette vs. Haubenklo – welches ist die bessere Lösung?

Viele Katzenhalter sind gezwungen ein gewisses Feingefühl aufzubringen, wenn es um Lage und Beschaffenheit von Miezes stilles Örtchen geht. Was der Mensch als passend empfindet, ist für manche Katzen schlicht und ergreifend unzumutbar.

Dazu muss man hier zwischen menschlichen Vorstellungen und den Bedürfnissen der Katze unterscheiden:

Menschen sind geneigt sich fürs kleine und große Geschäft zurückzuziehen. Sie gehen dazu möglichst in einen Raum, den sie hinter sich abschliessen können. Schließlich will man ja nicht gestört werden.

Auch eine Katze möchte dabei nicht gestört werden. Für sie ist der Faktor Sicherheit auch von großer Bedeutung. Allerdings hat sie, was dies angeht, so ihre eigenen Vorstellungen.

Zum natürlichen Verhalten einer freilebenden Katze gehört, dass sie zum Absetzen von Kot und Urin Plätze aufsucht, die einerseits geschützt sind und von denen sie andererseits ihr Umfeld gut überblicken kann. Sehen aber selbst nicht gesehen werden ist ganz wichtig, da Katzen nicht nur andere Katzenkonkurrenten fürchten müssen sondern auch Fressfeinde haben.

Haubentoiletten kommen diesem Sicherheitsbedürfnis der Katze nicht nach, da die Katze von

innen die Umgebung nicht gut überblicken kann. Sie weiß also nicht, was draußen um sie herum vorgeht und kann z.B. durch Geräusche schnell verunsichert werden.

Dazu kommt noch der Umstand, dass sich unter der Haube (extrem bei solchen mit Klappe vorn) die Gerüche sehr ansammeln. Ganz schnell sieht sich die Miez vor einer Geruchskulisse, die man nur noch mit „Baustellen-Klo im Hochsommer“ umschreiben kann. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass eine Katze über einen Geruchsinn verfügt, der der menschlichen Wahrnehmung mit ca.10 facher Verstärkung überlegen ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass so manche Katze irgendwann ihre Haubentoilette verweigert und sich andere Plätze sucht.

Ich kann also grundsätzlich nur für eine möglichst geräumige, offene Katzentoilette plädieren. Idealerweise sind es pro Katze im Haushalt mindestens eine Toilette plus eine weitere, da Katzen ihren Urin und Kot gern an verschiedenen Plätzen absetzen.

Leider gibt es unter den Miezen aber auch extreme Buddler oder Stehpinkler, bei denen das Aufstellen von offenen Toiletten keine saubere Angelegenheit darstellt. Hier muss dann ein Kompromiss gefunden werden.

Für die Kandidaten die meinen, ganze Erdschichten aufwühlen und umgraben zu müssen, sind Mörtelwannen oder auch Waschwannen mit sehr hohem Rand eine gute Lösung. Man bekommt sie meist recht günstig in Baumärkten.

Die Stehpinkler unter den Katzen stellen ein weiteres Problem dar. Entweder hocken sie sich erst artig hin und gehen während des Urinabsetzens mit dem Po immer weiter nach oben oder sie setzen gleich ganz gekonnt einen Urinstrahl gegen die Wand hinter dem Klo. In beiden Fällen schreit dies natürlich nach einer schnellen und sauberen Lösung.

Für solche Fälle gibt es z.B. Katzentoiletten mit Visieröffnung.

Das Vorteilhafte an dieser Katzentoilette (auf den ersten Blick eine Haubentoilette) ist, dass man den vorderen Teil der Haube gänzlich abnehmen kann. Man kann von der Toilette auch nur die Schale und den hinteren Teil der Haube verwenden. Da die meisten Katzen nicht gern mit dem Kopf Richtung Haubeninneres sitzen, kann man davon ausgehen, dass das Hinterteil der Katze auch nach hinten in die Haube hinein zeigt (also während des Stehpinkelns). In vielen Fällen hat sich diese halboffene Toilette schon bewährt.

Meine Katze ist unsauber! Warum macht sie das? (Teil 2)

Wenn Ihre Katze die gesundheitliche Untersuchung hinter sich hat, gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Sie könnte krank sein und hat nun Medikamente bekommen. In diesem Fall kann es sein, dass die Unsauberkeit aufhört, sowie die Beschwerden der Katze nachlassen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss Ihre Katze erst wieder lernen, dass sie die Katzentoilette gefahrlos nutzen kann. Für sie sind ihre Beschwerden mit dem Klo verbunden: „Auf meinem Katzenklo hat mir immer der Bauch wehgetan. Das Klo ist schuld! Da geh ich nicht mehr hin!“ Das ist eben Katzenlogik.

Bei dem Versuch sie wieder an die Toilette zu gewöhnen, gehen Sie bitte sanft und behutsam vor. Auf keinen Fall sollten Sie ihr Tier zur Toilette tragen und dort hineinsetzen. Solche Versuche sind leider kontraproduktiv und Sie erreichen damit eher, dass ihre Katze sich noch mehr vor der Toilette fürchtet.

2) Die zweite Möglichkeit wäre, dass die Katze physisch gesund und munter ist.

Dann ist es ratsam, sich die Lebensbedingungen Ihrer Katze und das Katzenrevier einmal genau anzusehen. Denn: ihre Katze will Sie nicht ärgern, sondern hat ein gravierendes Problem. Um ihr zu helfen damit sie sich wieder wohl fühlt, können Sie nach folgenden Kriterien vorgehen:

Wieviele Katzentoiletten haben Sie aufgestellt? Die goldene Regel lautet: pro Katze im Haushalt eine Toilette plus eine weitere.

Wie sind die Toiletten beschaffen? Offen, mit Haube oder mit Haube und Klappe?

Viele Katzen kommen mit Haubentoiletten irgendwann nicht mehr zurecht. Warum dies so ist, können Sie hier nachlesen: Offene Katzentoilette vs. Haubenklo – welches ist die bessere Lösung?

Welche Streu verwenden Sie? Katzen lieben sandartige Plätze um sich zu lösen. Eine sandartige Klumpstreu kommt den Bedürfnissen Ihrer Katze am besten nach.

Stehen Futter- und Wassernäpfe in der Nähe der Katzentoilette(n)?

Dort wo man isst und trinkt, wird nicht gepinkelt und auch kein Häufchen gemacht! (Das sehen Menschen übrigens auch so…)

Sind Stressfaktoren vorhanden? wie z.B. Mobbing durch andere Katzen im Haushalt, neue Mitbewohner, Umzug, Stress mit anderen Katzen oder wildlebenden Tieren außerhalb des Haushalts, neue ungewohnte Arbeitszeit des Katzenhalters, etc.

Wenn Sie nun den Auslöser (meist sind es mehrere) für die Unsauberkeit identifizieren konnten, sollten Sie den Stressfaktor möglichst beseitigen, zumindest auf ein Minimum reduzieren. Grundsätzlich ist es möglich die Katze an Veränderungen, die nach Katzenansicht zu plötzlich kamen, zu gewöhnen. Haben Sie dabei bitte Geduld mit Ihrem gestressten Stubentiger und sehen Sie in seinem Verhalten keine Art von Protest.

(Mehr zum Thema finden Sie hier: Prostestverhalten bei Katzen? )

Bei Unsauberkeit ist es wichtig möglichst schnell die Ursache zu finden und zu beheben.

Dabei können Hilfsmittel, wie z.B. Bachblüten, Schüßlersalze und Homöopathie recht nützlich sein. Diese sind aber nur unterstützend hilfreich. Ohne Ursachenbehebung sind sie leider ohne entsprechende Wirkung.

Wenn Sie ein wiederkehrendes Unsauberkeitsproblem mit Ihrer Katze haben, dann sollten Sie sich schnellstmöglich an einen Experten wenden, damit die Unsauberkeit nicht erst zur Gewohnheit wird. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, dem Problem beizukommen. Katzen sind Gewohnheitstiere. Damit stehen sie dem Menschen in nichts nach.

Meine Katze ist unsauber! Warum macht sie das? (Teil1)

Wenn eine Katze unsauber wird, kann das auf viele unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein. Die erste Überlegung ist immer die, ob ein gesundheitlicher Grund vorliegen kann. Oft sieht man dem Tier eine Krankheit nicht an, so ist ein gesundheitlicher Durchcheck unumgänglich!

Gesundheitliche Ursachen bei Unsauberkeit können z.B. sein: akute Blasenentzündung, Harngriess, Nierenerkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Probleme mit den Gelenken, etc. Bei Absetzen des Kots außerhalb der Katzentoilette können auch Verdauungsstörungen, wie Durchfall, Verstopfungen, Blähungen dafür verantwortlich sein, dass die Katze von ihrem gewohnten Verhalten abweicht.

Solche Erkrankungen gehen nicht von allein wieder weg und oft ist die Unsauberkeit der einzige Hinweis auf ein gesundheitliches Problem, während die Katze sonst ein ganz normales Verhalten zeigt. Auch die Begründung, dass sie das ja nicht regelmäßig mache, kann bedeuten, dass es dem Tier gesundheitlich mal besser und mal schlechter geht. Daher lautet die erste Regel: Bei Unsauberkeit muss die Katze schnellstmöglich gesundheitlich untersucht werden!

Im Idealfall können Sie sich auf den Besuch beim Tierarzt bzw. Tierheilpraktiker vorbereiten, indem Sie eine Urin- bzw. Kotprobe (je nach Art der Unsauberkeit) mitehmen.

Den Urin kann man mittels Einwegspritze ohne Kanüle aufsaugen, sofern dieser auf glatten Flächen abgesetzt worden sein sollte. Ansonsten können Sie den Versuch wagen mit einem großen Suppenlöffel den Urin aufzufangen, während die Katze sich zum Urinieren hinsetzt. Bitte sein Sie dabei aber so vorsichtig wie möglich. Die Katze darf nie das Gefühl bekommen, dass Sie sie von der Katzentoilette bzw. von ihrem neu ausgewählten (aus Menschen-Sicht ungeeigneten) Platz verjagen wollen. Sie würden das Unsauberkeitsproblem dadurch nur verstärken. Der Urin muss frisch sein und innerhalb von 2 Stunden untersucht werden.

Sollten Ihre Versuche eine Urinprobe zu erhalten mangels Bereitschaft der Katze mitzuwirken scheitern, so gibt es noch weitere Möglichkeiten an eine Probe heranzukommen. Eine davon wäre z.B. der Einsatz einer speziellen Perlenstreu, die anstelle der gewohnten Katzenstreu ins Katzenklo kommt. Wenn die Katze, dort ihren Urin abgesetzt hat, kann der Urin mittels Pipette oder Einwegspritze aufgesaugt werden.

Wichtig: Bitte warten Sie nicht ab, ob es besser wird. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, das Problem in den Griff zu bekommen und unter Umständen riskieren Sie die Gesundheit Ihrer Katze!

(weiter geht es mit Teil 2 zum Thema Unsauberkeit im nächsten Beitrag)