
Die Frage „Was verdient ein Katzenverhaltensberater?“ gehört zu den häufigsten, die angehende Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen. Und das hat durchaus seine Berechtigung. Bevor man Zeit und Geld in eine Ausbildung investiert, möchte man wissen, ob sich das sich das auch lohnen kann. Die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an.
Nun muss ich dazu sagen, dass ich der Auffassung bin, dass eine fundierte, fachkundige Beratung auch entsprechend entlohnt werden sollte. Aber dennoch sollte man sich über eines im Klaren sein: wir handeln nicht mit Waren sondern unser Einsatz hat das Ziel das Leben von Katzen zu verbessern – manchmal sogar Katzenleben zu retten. Das ist etwas, dass beständig im Vordergrund stehen sollte.
Dennoch möchte ich das Thema hier noch ein wenig genauer aufschlüsseln.
Warum es keine pauschale Antwort gibt
Anders als bei einem klassischen Angestelltenberuf gibt es für Katzenverhaltensberater kein einheitliches Gehaltsgefüge, keinen Tarifvertrag und keine offizielle Statistik. Das liegt daran, dass die meisten in diesem Bereich auf sehr unterschiedliche Weise arbeiten:
- als hauptberuflich Selbstständige mit eigener Beratungspraxis
- als Nebentätigkeit neben einem bestehenden Job (z. B. in der Tierarztpraxis oder im Tierschutz)
- als Zusatzqualifikation, die das eigene berufliche Profil erweitert, ohne dass daraus direkt ein separates Einkommen entsteht
Wer also fragt „was verdient man damit“, muss sich zuerst fragen: In welchem dieser drei Modelle möchte ich arbeiten? Die Antworten unterscheiden sich erheblich.
Einkommen als Selbstständige/r
Für alle, die eine eigene Beratungspraxis aufbauen möchten, hängt das Einkommen im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: dem Preismodell und der Anzahl der Beratungen pro Monat.
Typische Preismodelle
In der Praxis finden sich meist mehrere Abrechnungsformen:
- Einzelberatung (meist 1–2 Stunden, vor Ort oder online), oft im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich pro Sitzung
- Beratungspakete mit mehreren Terminen, etwa bei komplexeren Fällen wie Katzenzusammenführungen oder chronischen Verhaltensproblemen
- Online-Beratung, die im Vergleich zu Vor-Ort-Terminen meist etwas günstiger kalkuliert wird, dafür aber ohne Fahrtzeiten mehr Termine pro Tag ermöglicht
- Folgetermine und Betreuung über einen längeren Zeitraum, gerade bei Verhaltenstherapie sinnvoll und wirtschaftlich oft attraktiver als Einzeltermine
Die konkrete Preisgestaltung hängt stark von der Region, der eigenen Positionierung und der Konkurrenzsituation vor Ort ab.
Wie viele Beratungen sind realistisch?
Das ist der Punkt, an dem viele Neueinsteiger die Kalkulation unterschätzen. Eine Beratung besteht nicht nur aus der reinen Sitzung – hinzu kommen Vorbereitung, Nachbereitung, schriftliche Auswertungen, Kommunikation mit Klienten und die Zeit für Marketing und Kundengewinnung. Realistisch sind gerade am Anfang deutlich weniger abrechenbare Stunden pro Woche, als man zunächst annimmt. Wer erfolgreich selbstständig sein möchte, plant diese „unsichtbare“ Arbeitszeit von Anfang an mit ein.
Katzenverhaltensberatung als Zusatzqualifikation
Ein Teil meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgt gar nicht das Ziel einer vollständigen Selbstständigkeit, sondern nutzt das Wissen, um eine bestehende berufliche Tätigkeit zu erweitern – zum Beispiel als tiermedizinische Fachangestellte, im Tierschutz oder als Tierheilpraktiker. Hier fließt der Verdienst meist nicht als separates Einkommen, sondern als Mehrwert in die bestehende Tätigkeit ein: zusätzliche Leistungen im eigenen Angebot oder schlicht kompetentere Arbeit im Praxisalltag.
Faktoren, die das Einkommen beeinflussen
Unabhängig vom gewählten Modell gibt es einige Faktoren, die einen großen Einfluss auf die Einnahmen haben können:
- Region: In Ballungsräumen ist die Nachfrage oft höher, gleichzeitig aber auch die Konkurrenz
- Spezialisierung: Wer sich auf bestimmte Themen fokussiert (z. B. Katzenzusammenführungen, Unsauberkeit, Verhaltensauffälligkeiten bei Katzensenioren), hebt sich von generalistischen Angeboten ab und kann oft höhere Preise rechtfertigen
- Bekanntheit und Sichtbarkeit: Eine gut auffindbare Website, Empfehlungen und ein klares Profil sorgen für kontinuierliche Anfragen statt Zufallsaufträge
- Marketing-Kompetenz: Gerade zu Beginn kommt es darauf an sichtbar zu werden
Ein realistischer Ausblick
Mir ist wichtig, hier kein „schnell reich werden“-Versprechen zu machen – das würde weder der Realität noch dir als angehender Katzenverhaltensberaterin oder Berater gerecht. Eine tragfähige Selbstständigkeit braucht Zeit: Der Aufbau eines Kundenstamms, einer sichtbaren Online-Präsenz und eines guten Rufs passiert nicht über Nacht, sondern typischerweise über Monate bis wenige Jahre. Wer das von Anfang an einplant, sich fachlich fundiert aufstellt und parallel in Sichtbarkeit investiert, hat deutlich bessere Chancen auf ein tragfähiges Einkommen als jemand, der reine fachliche Kompetenz ohne strategisches Vorgehen erwartet.
Genau deshalb ist die Existenzgründung als eigenständiger Themenblock fester Bestandteil meiner Online-Ausbildung Katzenverhaltensberatung und speziell auf das Katzen-Business zugeschnitten.
Zusammengefasst:
Es gibt leider keine pauschale Aussage „Katzenverhaltensberater verdienen X Euro im Monat“. Dazu sind die Wege zu unterschiedlich. Realistisch betrachtet ist der Verdienst vor allem eine Frage der eigenen Positionierung, der Zeit, die ich investiere und der unternehmerischen Kompetenz, nicht allein der fachlichen Ausbildung. Wer sich das bewusst macht und beide Seiten, fachliches Wissen und unternehmerisches Handwerkszeug, gleichermaßen beachtet, hat gute Voraussetzungen für ein tragfähiges Einkommen in diesem wachsenden Berufsfeld.
Mehr zum Thema Existenzgründung, Preisgestaltung und Marketing für dein Katzen-Business erfährst du im entsprechenden Modul meiner 16-monatigen Online-Ausbildung Katzenverhaltensberatung.
