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Aggressives Verhalten bei Katzen – was tun, wenn die Katze angreift?

Eine der häufigsten Verhaltensauffälligkeiten in der Katzenberatung ist das aggressive Verhalten. Sowohl Menschen, Katzenpartner, wie auch andere Haustiere können Ziel der Attacken werden. Häufige Aggressionen und Angriffe können das häusliche Leben auf eine harte Probe stellen.

Hinter jeder Katzenaggression kann sich eine Erkrankung verbergen!

Wenn Ihre Katze ein aggressives Verhalten zeigt, dann ist der erste Ansprechpartner für Sie der Tierarzt. Bevor eine Katzenverhaltenstherapie in Erwägung gezogen werden kann, muss die Katze tierärztlich – insbesondere auf schmerzhafte Erkrankungen – untersucht werden. Wenn dies ohne Befund bleibt, dann ist es sinnvoll zu schauen, welche Ursache hinter dem Katzenproblem steckt. Erst dann kann mit einer Therapie begonnen werden.

Der wichtigste Punkt ist zunächst das Verletzungsrisiko für betroffene Menschen und Tiere zu reduzieren und soweit möglich Ruhe zu bewahren. Im Extremfall kann es notwendig sein die angreifende Katze zu separieren bis eine adäquate Lösung gefunden ist.

Die Ursachen für kätzische Aggressionen können sehr vielfältig sein. Um die richtigen Maßnahmen für den Umgang mit Katzenaggressionen zu finden, ist es wichtig zu unterscheiden um welche Aggressionsform es sich tatsächlich handelt.

Häufige Formen der Katzenaggressionen können unter anderem sein:

Angstaggression

Jagdaggression, bei der Ihre Katze ihr angeborenes Jagdverhalten an Menschenarmen und -beinen auslebt

Irritative Aggression, die auf einen Reiz folgt, z.B. durch zu langes Streicheln ausgelöst wird

Frustbedingte Aggression, oft bei Katzen zu beobachten, die nicht ausreichend sozialisiert sind

Territoriale Aggression, die sich gegen andere Katzen, die nicht zur gewohnten Gruppe gehören, evtl. auch gegen andere ins Revier eindringende Tiere oder fremde Menschen richtet

Umgerichtete Aggression, bei der der Angegriffene nicht der Verursacher des Angriffs ist, aber zum Ziel der Attacke wird

Im Bereich der Katzenaggressionen ist es sinnvoll sich schnellstmöglich fachkundigen Rat einzuholen, da es für den betroffenen Katzenhalter oft sehr schwer ist die Lage richtig einzuschätzen.

Bitte keine Katzenbabys in Einzelhaltung!

Es war seit vielen Generationen so Sitte sich aus einem Wurf junger Katzen ein Katzenbaby auszusuchen und mit nach Hause zu nehmen. Möglichst jung sollte das kleine Wesen noch sein. Man versprach sich davon eine leichtere Erziehbarkeit und größere Anpassungsfähigkeit als von älteren Tieren. Auch sollte das Kätzchen allein gehalten werden. Schließlich sollte es sich ja dem Menschen anschließen und nicht durch Artgenossen abgelenkt werden. So wurden und werden heute noch unzählige Katzenwelpen im Alter von 6-8 Wochen von der Mutter und den Geschwistern getrennt, in der Hoffnung einen leicht formbaren anschmiegsamen Hausgenossen zu bekommen. Ein Trugschluss, wie er nicht größer sein könnte!

Gerade in diesem Welpenalter brauchen die jungen Katzen ihre Mutter und vor allem die Gesellschaft junger gleichaltriger Katzen um das nötige Sozialverhalten zu lernen. Hier geht es in erster Linie um das Lernen von Vorsicht im Umgang mit Artgenossen und vom Aufbau der Frusttoleranz.

Wenn junge Katzen miteinander spielen und raufen, dann erziehen sie sich dabei gegenseitig. Spielt eine der Katzen zu grob, wehrt sich die andere Katze und das schöne Spiel ist unter Umständen sehr schnell zuende. Das führt dazu, dass die junge Katze lernt vorsichtiger zu sein. Sie lernt im Spiel mit Artgenossen auch, dass nicht immer alles nach ihrem Willen zugeht. Die Katze lernt im Welpenalter grundlegende Verhaltensweisen, die sie später auf den Menschen übertragen kann. Vorsicht und Toleranz sind Grundvoraussetzungen für ein entspanntes Zusammenleben mit dem Menschen.

Fehlen diese sozialen Kontakte im Welpenalter der Katze, z.B. bei Handaufzuchten und bei Katzen, die vor der 12. Woche von Mutter und Geschwistern getrennt werden, kann es im Laufe der Zeit zu schweren Verhaltensstörungen führen. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn die Katze einzeln gehalten wird. Katzen brauchen soziale Kontakte mit Artgenossen. Der Kontakt mit Menschen reicht erfahrungsgemäß nicht aus, um eine junge Katze entsprechend zu sozialisieren.

Anzeichen bzw. Folgen dieser fehlenden Kontakte können sein:

– sehr grobes bis aggressives Spielen

– heftiges Zubeißen während des Spiels

– den Menschen in die Beine springen

– wenig Frusttoleranz – reagiert auf Zurechtweisung unvermittelt aggressiv

– Katze reagiert auf kleinste Reize und Auslöser (Geräusche, Gerüche) ängstlich bis extrem aggressiv

– Hyperaktivität

– Angststörungen – panisches Verhalten

– Unsauberkeit

– verstärktes Markierverhalten (mittels Urin und / oder Kratzmarkieren)

– Depressionen

Daher kann ich jedem Katzenhalter, der sich mit dem Gedanken trägt ein Katzenbaby aufzunehmen, nur dringend ans Herz legen, eine zweite Katze mit dazu zu nehmen – möglichst vom gleichen Wesen und gleichen Geschlecht. Die Katzen sollten mindestens 12 Wochen alt sein, besser wäre es ab der 14. Woche.

Wenn die Katze erst erwachsen ist und lange Zeit als Einzelkatze gehalten wurde, ist es für eine Vergesellschaftung irgendwann zu spät. Dann ist eine Gewöhnung an Artgenossen meist nicht mehr möglich. Und den Verhaltensproblemen, die durch die Einzelhaltung entstanden sind, ist dann fast nicht mehr bei zu kommen. Gerade, wenn die Katze stark aggressive Verhaltensweisen zeigt, kann das ein weiteres Zusammenleben im Haushalt unter Umständen unmöglich machen. Lassen Sie es daher bitte nicht soweit kommen. Geben Sie Ihrer Katze von Anfang an einen artgerechten Start ins Leben.

Zur Anschaffung einer Zweitkatze oder bei einer Katzenzusammenführung berate ich Sie gern.

Unruhezustände – was tun, wenn die Katze schreit?

Es ist sicher schön, wenn eine Katze sich mitteilen und mit ihrem Menschen kommunizieren möchte. Ständiges Miauen und gerade nächtliches Schreien kann allerdings zu einer argen Belastung für Katzenhalter und unter Umständen auch für deren Nachbarn werden.

Grundsätzlich, wie bei jedem anderen Verhaltensproblem auch, kann ich nur raten, zuerst den Gesundheitszustand der Katze überprüfen zu lassen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass eine Krankheit oder Schmerzen dahinterstecken.

Mögliche gesundheitliche Ursachen wären z.B.:

– Schwerhörigkeit / Taubheit

– Altersbedingte Demenz

– Schmerzen (allg.)

– Erkrankungen der Zähne

– Hoher Blutdruck

– Schilddrüsenerkrankungen

Wenn die Untersuchung zu keinem Ergebnis führt, dann wäre es sinnvoll sich die Haltungsbedingungen und den seelischen Zustand des Tieres genauer anzuschauen.

Als mögliche Ursachen kämen z.B. in Frage:

– Ängste, Verunsicherungen

– Einsamkeit

– Unterforderung

– Nervorsität

Meist ist es nicht einfach das eigene Tier objektiv einzuschätzen. Eine Katzenverhaltensberatung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Katze besser zu verstehen. Nur mit dem richtigen Verständnis lassen sich Verhaltensprobleme langfristig lösen bzw. kann eine vertretbare Lösung für Mensch und Tier gefunden werden.

Markierverhalten bei Katzen

Markieren gehört zum normalen Verhalten einer Katze. Sie hat dabei mehrere Möglichkeiten ihren eigenen Duft zu verteilen.

Kratzmarkieren:

Die Unterseite der Pfoten sind bei Katzen mit Duftdrüsen versehen. Beim Kratzen und Wetzen werden nicht nur sichtbare Kratzspuren angebracht sondern mittels dieser Duftdrüsen auch Pheromone verteilt.

Gesichtsmarkieren:

Das sogenannte Köpfchenreibchen hat ebenfalls eine geruchsverteilende Aufgabe. Dabei werden mittels der Talgdrüsen, die an den Wangen der Katze sitzen, an anderen Katzen, Menschen und Objekten Pheromone verteilt. Der eigene Geruch vermittelt der Katze ein vertrautes Gefühl und gibt ihr Sicherheit.

Allomarkieren:

Dabei reibt die Katze ihren ganzen Körper an Katzenpartnern. Es entsteht dadurch ein Gruppengeruch, der ein Gefühl von Zusammengehörigkeit bei den Tieren fördert.

Harnmarkieren:

Sowohl Kater wie auch Katzen können mit Urin markieren. Es werden vertikale Flächen dafür ausgesucht, die im Stehen mit Urin besprüht werden. Erregungszustände, auch z.B. Rolligkeit fördern dieses Verhalten.

Es sind also sowohl sichtbare wie auch geruchliche Signale, die Katzen einsetzen können um anderen Katzen ihre Anwesenheit im Revier mitzuteilen. Markieren ist ein wesentlicher Bestandteil der Katzensprache.

Im Zusammenleben mit dem Menschen können Kratzmarkieren und Markieren mit Urin jedoch zum argen Problem werden. Gerade das Harnmarkieren kann das harmonische Miteinander empfindlich stören. Was für die Katze eine Form der Revierabgrenzung und Kommunikation mit anderen Katzen bedeutet, kann für den Katzenhalter zur geruchlichen und hygienischen Unzumutbarkeit werden.

Durch frühzeitige Kastration läßt sich Harnmarkieren oft unterbinden. Viele Katzen hören nach der Kastration auf zu markieren. Leider ist das nicht in jedem Fall so.

Mögliche Ursachen für Markieren mit Urin wären z.B.:

gesundheitliche Probleme ( vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker abklären lassen!)

unvollständige Kastration,

Ängste und Unsicherheit der Katze,

Stress mit Katzenpartnern, anderen Haustieren oder Menschen im Haushalt,

extreme Erregungszustände,

nach Umzug (ausgelöst durch fremde Gerüche und möglichen Markierungen von Vormieter-Katzen)

Letztendlich hat ein Markierverhalten bei Katzen immer einen individuellen Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass Sie erkennen, dass Ihre Katze Sie damit nicht ärgern will, sondern sich entweder keiner Schuld bewußt ist, weil es zum normalen Katzenverhalten gehört oder sie aber ein gravierendes Problem hat, für das sie keine andere Ausdrucksweise findet.

Wenn Ihre Katze ein verstärktes Markierverhalten zeigt, ist es sinnvoll sich rechtzeitig fachkundigen Rat einzuholen, damit sich Probleme nicht erst durch Gewohnheit festsetzen oder verstärken können.

Lesen Sie hier mehr zum Verhalten von Katzen:

Protestverhalten bei Katzen?

Keine Katze pinkelt aus Protest! Über das sogenannte Protestpinkeln bei katzen

Nein, wirklich nicht. Jedenfalls ist das, was Menschen normalerweise unter Protest verstehen einem Tier nicht möglich.

Ein Mensch meint z.B.:

„Ich bin mit einer Situation A nicht zufrieden.

Ich setze Mittel B ein, mit dem Ziel diese Situation zu ändern

oder um andere dazu zu bewegen eine Situation C herbeizuführen.“

Was setzt dieser Gedankengang tatsächlich für kognitive Leistungen voraus?

Die Erkenntnis, dass es möglich ist, durch ein gegenwärtiges Handeln die Situation in der Zukunft zu beeinflussen. Dies ist jedoch eine rein menschliche Errungenschaft. Ein Tier hat keine Vorstellung von der Zukunft. Dieses Abstraktionsvermögen besitzen Tiere nicht.

Wenn sich eine Katze in einer bestimmten Situation unwohl fühlt, kann es dazu führen, dass sie um Druck und Stress abzubauen Urin an Plätzen außerhalb ihrer gewohnten Katzentoilette absetzt. Man kann das aber eher mit einem bettnässenden Kind vergleichen als mit der zielgerichteten Protestaktion eines erwachsenen Menschen.

Um das noch einmal genauer zu beleuchten, muss man sich vor Augen führen, wie das Lernverhalten bei Katzen funktioniert: Alles was auf eine Handlung der Katze erfolgt, muss innerhalb eines Zeitrahmens von 1 bis maximal 2 Sekunden geschehen, damit die Katze es noch mit ihrer Handlung in Verbindung bringen kann.

Ein Beispiel: Eine Katze wetzt sich die Krallen an einem Sessel. Ihr Mensch will dies natürlich verhindern. Sie soll lernen, dass er das nicht will. Die Reaktion des Menschen darauf muss innerhalb von maximal 2 Sekunden erfolgen. Später kann die Katze keinen Zusammenhang mehr zwischen dem Krallenwetzen und der Reaktion des Menschen erkennen.

Warum ist diese Zeitspanne so gering?

Einer freilebenden Katze, die mit vielfältigen Gefahren (auch mit Fressfeinden) rechnen muss, bleibt unter Umständen nicht sehr viel Zeit, um zu entscheiden, ob eine Situation gefährlich ist oder nicht. Bruchteile von Sekunden entscheiden da oftmals über Leben oder Tod. Sie ist also gezwungen innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne zu lernen. Mehr an Zeit ist ihr da oft nicht gegeben.

Was heißt dies aber nun, wenn es nur ein so kurzer Zeitraum zwischen Ursache und Wirkung sein darf, in dem die Katze verschiedene Dinge, Personen und Handlungen miteinander in Verbindung bringen kann?

Das bedeutet letztendlich, dass ihr ein „Du hast was gemacht, das ich nicht mag und nun guck mal, was ich hier mit deinem Sofa mache…“ gar nicht möglich ist. Sie ist zum sogenannten Protestpinkeln gar nicht fähig.

Eine Katze, die von ihrer gewohnten Toilettenroutine abweicht, will nicht protestieren. Sie hat keine Vorstellung von dem, was sie auf eine besondere Weise geändert haben möchte. Sie hat ein massives (sehr oft gesundheitliches) Problem und findet keine andere Ausdrucksweise für ihr Unwohlsein.

Man könnte auch sagen, dass Menschen ihren Kummer durch Tränen ausdrücken – Katzen werden unsauber.

Hier finden Sie weitere Beiträge zum Thema Unsauberkeit:

Meine Katze ist unsauber! Warum macht sie das? (Teil 1)

Meine Katze ist unsauber! Warum macht sie das? (Teil 2)

Und hier noch ein Beitrag zum sogenannten Protestverhalten bei Katzen:
Protestverhalten bei Katzen?

Zahnerkrankungen können bei Katzen Verhaltensprobleme auslösen

Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig ein regelmäßiger gesundheitlicher Durchcheck für Ihre Katze ist. Zugegeben, Ihre Katze wird davon nicht begeistert sein. Schließlich ist sie ja auch eifrig bemüht, eventuell vorhandene Krankheitssymptome zu verstecken. Kranksein geht schließlich nicht. Und zeigen, dass man krank ist, schon mal gar nicht! Wer in freier Wildbahn schwächelt, hat verloren!

So entgehen vielen Katzenhaltern die Feinheiten, die einem zeigen könnten, dass die Katze gesundheitliche Probleme hat. Oftmals müssen Sie schon sehr genau hinsehen, um einschätzen zu können, ob es Ihrer Katze gut geht oder nicht.

Eine der sehr weit verbreiteten Krankheiten bei Katzen ist z.B. FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen). Dabei handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Erkrankung der Zähne. Diese geht mit dem Abbau der Zähne, oftmals von der Wurzel her, und Zahnfleischentzündungen einher. Dabei liegt der Zahnnerv im wahrsten Sinne des Wortes blank. Leider kann man dies von außen oft nicht erkennen. Der Zahn sieht äußerlich intakt aus, dabei hat die Katze bereits enorme Schmerzen. Und wie das bei Katzen so üblich ist: sie zeigen nicht, dass ihnen etwas wehtut. Sie versuchen es zu verstecken, wo sie können.

Woran können Sie es doch erkennen? Was sind mögliche Anzeichen?

Es wichtiges Kriterium wäre z.B. dass die Katze nicht mehr oder nur noch wenig frisst. Dann ist das Problem, das sie hat aber schon sehr weit fortgeschritten.

Weitere Anzeichen wären:

– die Katze schüttelt manchmal leicht mit dem Kopf

– leichtes Zucken im Gesicht

– Futterbröckchen werden aufgenommen und wieder fallengelassen

– mäkeliger Fresser

– beim Trinken schüttelt die Katze den Kopf und versucht das Wasser loszuwerden

– wischt unversehens mit der Pfote um Mäulchen

– Gereiztheit

– beißt beim Streicheln plötzlich zu

– wird schnell aggressiv

– auch Unsauberkeit kann auftreten, da die Katze sich unwohl fühlt und sich nicht anders äußern kann

Die Liste der Anzeichen ist sicher unvollständig, da jedes Tier individuell reagiert. Wenn Sie Bedenken haben, ob Ihre Katze sich wirklich wohl fühlt, dann sollten Sie Ihren Tierarzt mal einen Blick auf die Zähne Ihrer Katze werfen lassen. Besser noch, wäre der Gang zu einem ausgebildeten Tierzahnarzt, der sich auf Zahnerkrankungen spezialisiert hat. Der Tierarzt kann eine Röntgenaufnahme vom Gebiß der Katze anfertigen, die genauen Aufschluß über den Zustand der Zähne und der Wurzeln gibt.

Sollte die Diagnose FORL lauten, ist die einzige Behandlungsmethode das Extrahieren der erkrankten Zähne. Nach erfolgter Behandlung ist dem Tier doch aber sehr bald eine Erleichterung anzumerken und sie werden, falls bereits Verhaltensprobleme aufgetreten sind, unter Umständen eine deutliche Verbesserung wahrnehmen können.

Daher kann ich jedem Katzenhalter nur empfehlen, es gar nicht erst zu gravierenden Problemen kommen zu lassen und die Katze schon bei geringen Anzeichen schnellstmöglich untersuchen zu lassen.

Meine Katze ist unsauber! Warum macht sie das? (Teil 2)

Wenn Ihre Katze die gesundheitliche Untersuchung hinter sich hat, gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Sie könnte krank sein und hat nun Medikamente bekommen. In diesem Fall kann es sein, dass die Unsauberkeit aufhört, sowie die Beschwerden der Katze nachlassen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss Ihre Katze erst wieder lernen, dass sie die Katzentoilette gefahrlos nutzen kann. Für sie sind ihre Beschwerden mit dem Klo verbunden: „Auf meinem Katzenklo hat mir immer der Bauch wehgetan. Das Klo ist schuld! Da geh ich nicht mehr hin!“ Das ist eben Katzenlogik.

Bei dem Versuch sie wieder an die Toilette zu gewöhnen, gehen Sie bitte sanft und behutsam vor. Auf keinen Fall sollten Sie ihr Tier zur Toilette tragen und dort hineinsetzen. Solche Versuche sind leider kontraproduktiv und Sie erreichen damit eher, dass ihre Katze sich noch mehr vor der Toilette fürchtet.

2) Die zweite Möglichkeit wäre, dass die Katze physisch gesund und munter ist.

Dann ist es ratsam, sich die Lebensbedingungen Ihrer Katze und das Katzenrevier einmal genau anzusehen. Denn: ihre Katze will Sie nicht ärgern, sondern hat ein gravierendes Problem. Um ihr zu helfen damit sie sich wieder wohl fühlt, können Sie nach folgenden Kriterien vorgehen:

Wieviele Katzentoiletten haben Sie aufgestellt? Die goldene Regel lautet: pro Katze im Haushalt eine Toilette plus eine weitere.

Wie sind die Toiletten beschaffen? Offen, mit Haube oder mit Haube und Klappe?

Viele Katzen kommen mit Haubentoiletten irgendwann nicht mehr zurecht. Warum dies so ist, können Sie hier nachlesen: Offene Katzentoilette vs. Haubenklo – welches ist die bessere Lösung?

Welche Streu verwenden Sie? Katzen lieben sandartige Plätze um sich zu lösen. Eine sandartige Klumpstreu kommt den Bedürfnissen Ihrer Katze am besten nach.

Stehen Futter- und Wassernäpfe in der Nähe der Katzentoilette(n)?

Dort wo man isst und trinkt, wird nicht gepinkelt und auch kein Häufchen gemacht! (Das sehen Menschen übrigens auch so…)

Sind Stressfaktoren vorhanden? wie z.B. Mobbing durch andere Katzen im Haushalt, neue Mitbewohner, Umzug, Stress mit anderen Katzen oder wildlebenden Tieren außerhalb des Haushalts, neue ungewohnte Arbeitszeit des Katzenhalters, etc.

Wenn Sie nun den Auslöser (meist sind es mehrere) für die Unsauberkeit identifizieren konnten, sollten Sie den Stressfaktor möglichst beseitigen, zumindest auf ein Minimum reduzieren. Grundsätzlich ist es möglich die Katze an Veränderungen, die nach Katzenansicht zu plötzlich kamen, zu gewöhnen. Haben Sie dabei bitte Geduld mit Ihrem gestressten Stubentiger und sehen Sie in seinem Verhalten keine Art von Protest.

(Mehr zum Thema finden Sie hier: Prostestverhalten bei Katzen? )

Bei Unsauberkeit ist es wichtig möglichst schnell die Ursache zu finden und zu beheben.

Dabei können Hilfsmittel, wie z.B. Bachblüten, Schüßlersalze und Homöopathie recht nützlich sein. Diese sind aber nur unterstützend hilfreich. Ohne Ursachenbehebung sind sie leider ohne entsprechende Wirkung.

Wenn Sie ein wiederkehrendes Unsauberkeitsproblem mit Ihrer Katze haben, dann sollten Sie sich schnellstmöglich an einen Experten wenden, damit die Unsauberkeit nicht erst zur Gewohnheit wird. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, dem Problem beizukommen. Katzen sind Gewohnheitstiere. Damit stehen sie dem Menschen in nichts nach.

Meine Katze ist unsauber! Warum macht sie das? (Teil1)

Wenn eine Katze unsauber wird, kann das auf viele unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein. Die erste Überlegung ist immer die, ob ein gesundheitlicher Grund vorliegen kann. Oft sieht man dem Tier eine Krankheit nicht an, so ist ein gesundheitlicher Durchcheck unumgänglich!

Gesundheitliche Ursachen bei Unsauberkeit können z.B. sein: akute Blasenentzündung, Harngriess, Nierenerkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Probleme mit den Gelenken, etc. Bei Absetzen des Kots außerhalb der Katzentoilette können auch Verdauungsstörungen, wie Durchfall, Verstopfungen, Blähungen dafür verantwortlich sein, dass die Katze von ihrem gewohnten Verhalten abweicht.

Solche Erkrankungen gehen nicht von allein wieder weg und oft ist die Unsauberkeit der einzige Hinweis auf ein gesundheitliches Problem, während die Katze sonst ein ganz normales Verhalten zeigt. Auch die Begründung, dass sie das ja nicht regelmäßig mache, kann bedeuten, dass es dem Tier gesundheitlich mal besser und mal schlechter geht. Daher lautet die erste Regel: Bei Unsauberkeit muss die Katze schnellstmöglich gesundheitlich untersucht werden!

Im Idealfall können Sie sich auf den Besuch beim Tierarzt bzw. Tierheilpraktiker vorbereiten, indem Sie eine Urin- bzw. Kotprobe (je nach Art der Unsauberkeit) mitehmen.

Den Urin kann man mittels Einwegspritze ohne Kanüle aufsaugen, sofern dieser auf glatten Flächen abgesetzt worden sein sollte. Ansonsten können Sie den Versuch wagen mit einem großen Suppenlöffel den Urin aufzufangen, während die Katze sich zum Urinieren hinsetzt. Bitte sein Sie dabei aber so vorsichtig wie möglich. Die Katze darf nie das Gefühl bekommen, dass Sie sie von der Katzentoilette bzw. von ihrem neu ausgewählten (aus Menschen-Sicht ungeeigneten) Platz verjagen wollen. Sie würden das Unsauberkeitsproblem dadurch nur verstärken. Der Urin muss frisch sein und innerhalb von 2 Stunden untersucht werden.

Sollten Ihre Versuche eine Urinprobe zu erhalten mangels Bereitschaft der Katze mitzuwirken scheitern, so gibt es noch weitere Möglichkeiten an eine Probe heranzukommen. Eine davon wäre z.B. der Einsatz einer speziellen Perlenstreu, die anstelle der gewohnten Katzenstreu ins Katzenklo kommt. Wenn die Katze, dort ihren Urin abgesetzt hat, kann der Urin mittels Pipette oder Einwegspritze aufgesaugt werden.

Wichtig: Bitte warten Sie nicht ab, ob es besser wird. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, das Problem in den Griff zu bekommen und unter Umständen riskieren Sie die Gesundheit Ihrer Katze!

(weiter geht es mit Teil 2 zum Thema Unsauberkeit im nächsten Beitrag)